Die Kids warteten am Hauptbahnhof, als plötzlich eine Schar Indianer mit indianermässigem uh-uh-uh-uh anstürmte. Nach der Begrüssung und dem Verabschieden von den Eltern bestiegen wir das „krasse Pferd“ (den Zug) und fuhren damit nach Bülach.
Nach einer Fahrt mit dem Bus und einem Marsch mit kleinem Parcour, mit dem Ziel richtige Indianer zu werden, kamen wir dann gegen Mittag beim Lagerplatz an. Jetzt konnten wir uns verpflegen. Nach dem Lunch war der Lageraufbau angesagt. Das WC und die Küche standen bereits, doch die Zelte für die Übernachtungen mussten noch aufgestellt werden. Irgendwann verschwanden dann Mikado und Spidy, sie sollten eigentlich Wasser holen, kamen aber nicht zurück. Die Zelte waren aufgestellt und es folgten kreative Workshops, bei denen die Kids Pfeil und Bogen, Schmuck oder Musikinstrumente herstellen durften. Der Häuptlingssohn „Viel zu hoch singender Blauschnabel im grünen Wald“ ging auf die Büffeljagd, doch auch er kam nicht zurück. Bald darauf verschwanden nochmals zwei Indianer. Langsam machte man sich im Lager Sorge und man beschloss sich auf die Suche zu machen. Auf dem Weg wurde der Gürtel des Häuptlingssohns, und später noch eine Feder und Jacke gefunden. Da musste etwas passiert sein! Auch ein Brief wurde gefunden in dem es hiess:
Ihr Ougadigus befindet eu uf eusem Gebiet! Wenn ihr nöd bis morn Mittag verschwunde sind, werdet mir cho und wiiteri vo eu Gfange neh!
Häuptling der Sinux Schneller Pfeil
Das war natürlich dicke Post. Man war noch etwas ausser sich im Lager, als plötzlich keuchend und in grosser Aufregung die gefangen genommenen Indianer angelaufen kamen. Diese berichteten, was sie alles erlebt haben, was man mit ihnen machte und dass sie sich dann aber befreien konnten und die Indianer der Siux überwältigen und fesseln konnten. Man müsse sich also im Moment keine Sorgen mehr machen.
Nach dem Singen und einer Andacht zum Thema „mutig voran im Vertrauen auf Gott“, fand die offizielle Indianerprüfung in zwei Gruppen statt. Das Resultat fiel knapp aus. Alle erwiesen sich als tapfere Kämpfer und wurden somit offiziell für Indianer erklärt. Damit endete auch schon der erste Tag im Stamm der Ouagadigus.
Der zweite Tag:
Zu der Zeit als „aufgehende Sonne“ genug Licht gibt, starten Indianer gewöhnlich mit dem Morgenessen. In der Tipizeit (Stille Zeit) betrachteten wir danach in kleineren Gruppen das Fehlverhalten von Saul und dessen Konsequenzen.
Gemeinsam beschlossen wir die Stelle aufzusuchen, wo die Indianer am Tag zuvor überwältigt werden konnten. Aber Vorsicht war geboten, denn wir wussten ja nicht was uns dort erwarten würde. So tarnten wir uns, horchten auf dem Boden ob sich was tut - wie das Indianer tun. Der Häuptling und der Häuptlingssohn gingen voraus. An der Stelle, wo die Indianer gefesselt sein sollten, war zu unserer Überraschung jedoch niemand. Sie konnten sich wohl irgendwie befreien. Wir mussten unbedingt ins Lager zurück, vielleicht waren sie ja bereits unterwegs Rache zu nehmen und das Lager zu überwältigen.
Glücklicherweise war aber im Lager alles ruhig. Trotzdem mussten wir uns Gedanken machen, wie wir uns schützen können, falls die Indianer dann doch noch kommen, denn da waren wir uns sicher, so schnell geben die nicht auf und sie werden früher oder später kommen. So gingen wir hin und stellten, an dem für einen Angriff optimalsten Ort, Fallen auf.
Jetzt konnten wir uns mal in Ruhe dem Gottesdienst zuwenden, denn wir hatten ja Vorkehrungen getroffen. Es ging weiter mit der Geschichte von Jonatan und David und darum wie wir mit dem Schicksal umgehen, dass wir vor Gott alle Sünder sind. Was es bedeutet in Schicksalsschlägen nicht den Mut zu verlieren, aber sich darin auch nichts böses zukommen zu lassen, darin ist uns Jonatan ein grosses Vorbild.
Plötzlich nach dem Mittagessen hörten wir ein lautes Gebrüll, wie das bei Indianer nur bei einem direkten Angriff vorkommt. Doch welch ein Glück für uns, sie landeten in der Falle. Unter diesen glücklichen Umständen konnten wir die gegnerischen Indianer ohne Probleme überwältigen. Wir beschlossen Wettkämpfe gegen sie zu veranstalten, sollten sie gewinnen, würden wir den Platz verlassen, gewinnen wir, so dürfen wir bleiben. Die Gegner waren damit einverstanden. Unser Stamm gegen ihr Stamm und wir waren am Ende Sieger. Die Indianer vom gegnerischen Stamm schämten sich und überliessen uns ohne Widerstand, nach ihrem Versprechen den Platz, denn ein Indianerehrenwort darf nicht gebrochen werden. Am Abend studierten wir am Feuer noch einen Indianertanz ein und assen Schokobanane.
Der dritte Tag:
Dieser Tag war leider bereits der letzte dieses Pfingstlagers. So hiess es dann vor allem packen und alle Zelte, etc. wieder abzubauen. Wie dieses ganze Wochenende durften wir auch an diesem Tag das unglaublich schöne Wetter geniessen. So kamen wir auch mit dem Abbau gut voran. In der Tipizeit betrachteten wir noch den letzten Teil der Geschichte mit Jonatan und David, und es ging darum, dass sich Jonatan als wahrer Freund Davids erwies.
Nach dem Mittagessen wurde das Gehörte von der Geschichte mit Jonatan, Saul und David nochmals kurz zusammengefasst.
Nicht vergessen: Gott isch bi eu, händ kei Angst! Er hilft eu! (Jesaja 41,13)
Gewisse Leiter verabschiedeten sich danach und fuhren mit dem Material zurück. Die andern begleiteten die Kids wieder zurück zum Hauptbahnhof. Wir sind glücklich über diese Zeit, für alles Erlebte und Gottes Bewahrung.
